Google Impact Challenge

In diesem Jahr findet die “Google Impact Challenge” zum ersten Mal in Deutschland statt. Es sollen technische Ideen gefördert werden, die innovativ die ehrenamtliche Arbeit verändern können. Die 210 Finalisten werden von einer Jury, bestehend aus bekannten Persönlichkeiten aus Sport,...
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Kalender für 2016

Zu Beginn des Jahres haben wir uns entschlossen einen Kalender für 2016 zu erstellen. Dafür haben im Frühjahr die Schülerinnen und Schüler der Zandra-Woman-School in Kohna Khomar Bilder gemalt. Besonders gefreut hat es uns, dass auch Mädchen mitgemacht haben, obwohl sie seit drei...
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Binnenmigration in Afghanistan

Am 18.06.2015 hielt unser Vereinsmitglied Christoph Wenzel einen Vortrag über das Thema seiner Dissertation: Binnenmigration in Afghanistan. Er gab einen ersten Überblick über Migrationsbewegungen in und aus Afghanistan und verdeutlichte, dass insbesondere das Phänomen der internen Vertreibung in Afghanistan auch...
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Aufbau und Betreuung einer Mädchenschule in der Provinz MaydanWardak

Das Dorf

In einem grünen Tal in gebirgiger Landschaft am Fuße des Paghman Gebirges – 100 km (ca. 3 Stunden Autofahrt) südwest­lich der Hauptstadt Kabul in der Provinz Maydan Wardak – liegt das Dorf Kohna Khomar, das aus 18 Ortsteilen besteht.

KK Mappe
Kohna Khomar liegt etwas abgeschieden von der Fernstraße Kabul-Kandahar und war so auch nie ein militärisches Ziel. Die Menschen leben hier entlang eines Nebenflusses vom Kabulfluss: 2000 Familien, von denen ungefähr 300 nur aus Witwen und Kindern bestehen.

Die Ortsteile liegen weit auseinander. Der Weg in das Tal von Kohna Khomar ist sehr beschwerlich und ein Schotterweg führt nach Baladeh, wo die Mädchenschule neben die Moschee gebaut worden ist. Alle Kinder kommen zu Fuß zur Schule und müssen bis zu drei Stunden laufen.

Ansicht vom Berg hinunter auf das Schulgelände. Im Hintergrund liegt das Dorf.

Kohna Khomar liegt in einem langen Tal.

Die Ortsstruktur von Kohna Khomar ist über die Kriegsjahre weitgehend er­halten geblieben. Eine der Besonderheiten des Dorfes ist, dass hier verschiedene Ethnien friedlich zusammenleben. So trifft man hier in gleichem Maße Paschtu- wie auch Dari-sprechende Bewohner. Die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sind weitgehend intakt. Auch aus diesem Grund wurde Kohna Khomar von UNICEF als unterstützungswürdig eingestuft und u.a. das Trinkwassersystem von UNICEF wiederhergestellt.

Die Ortsstruktur von Kohna Khomar ist über die Kriegsjahre weitgehend er­halten geblieben. Eine der Besonderheiten des Dorfes ist, dass hier verschiedene Ethnien friedlich zusammenleben. So trifft man hier in gleichem Maße Paschtu- wie auch Dari-sprechende Bewohner. Die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sind weitgehend intakt. Auch aus diesem Grund wurde Kohna Khomar von UNICEF als unterstützungswürdig eingestuft und u.a. das Trinkwassersystem von UNICEF wiederhergestellt.

Schulen in Kohna Khomar

Heute gibt es in Kohna Khomar 4 Grundschulen und eine Koranschule: 3 Jun­genschulen und seit 2008 eine Mädchenschule. Etwa 50% der Familien des Dorfes schicken ihre Kinder zur Schule.

Die meisten Mädchen des Dorfes sind – wie in Afghanistan üblich – bis 2008 in häuslichem Unterricht privat betreut worden. Eine eigene Schule könnte mehr Mädchen als bisher einen Schulabschluss ermöglichen, so die Erwartung der Dorfältesten. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Erfahrungen in Afghanistan, kam der Impuls und die Bereitschaft, etwas zu verändern aus dem Dorf: Die Dorfältesten selbst initiierten den Bau der Mädchenschule.

Bau der Mädchenschule – der Anfang

Vier Männer des Dorfes und Safi Baborie  von AFGHAN eV. sitzen im Halbkreis und beraten über die Schulplanung

Die Dorfältesten und Vertreter von AFGHAN e.V. diskutieren über die Mädchenschule

Nach einer ersten Kontaktaufnahme in 2004 sind die Dorfältesten mit dem Wunsch, auch für die Mädchen eine Schule zu bauen, an AFGHAN e.V. herangetreten, denn der Bau der Schule überstieg ihre finanziellen Verhältnisse.

Ziel von AFGHAN e.V. war es, die Bewohner von Kohna Khomar bei ihrem Projekt zu unterstützen: mit Geld und technischem Know-how, aber auch mit pädagogischer Hilfestellung.

Das von der Dorfgemeinschaft bereit gestellte Grundstück von ca. 6500 qm liegt auf einem ca. 15° bis 20° ansteigendem Gelände, völlig karg, ohne Bäume und Sträucher mit einer nach Süden gerichteten Neigungslage.
Es liegt zentral für alle 18 Ortsteile.

Für die Erstellung eines ersten Entwurfs der Schule konnten wir einen Afghanistan erfahrenen Architekten aus Berlin gewinnen, der bereit war, auch bei der Umsetzung des Schulbaus kostenlos beratend tätig zu sein. Er fertigte ein ausgefeiltes Modell für die Mädchenschule an, das als Diskussions- und Konzeptvorlage für die weitere Planung diente.

Bauplanung 2006

Die Schule wurde zunächst für 200 Mädchen geplant. Bei wachsender Schülerzahl sollte eine Erweiterung möglich sein. Dafür sah die Planung folgende Räume vor:

  • 5 Klassenräume
  • 1 Lehrerzimmer
  • 1 Mehrzweckraum (Basteln /Handarbeit / Musik)
  • 1 Küche
  • Sanitärraum
  • Erste-Hilfe- / Arzt – Raum
  • Überdachter Vorplatz

Skizze des Grundrisses der winkelig geplanten SchuleArchitektonisch sollte das Gebäude so gestaltet werden, dass es wenig Energie verbraucht und möglichst vielseitig nutzbar ist. Das Schulgebäude sollte u.a. für die Ausbildung der Frauen des Dorfes, z.B. für Alphabetisierungs- und handwerkliche Kurse genutzt werden. Mittelfristig wurde eine medizinische Ambulanzstation geplant.

 Kooperation mit UNICEF

Mit 45.000 € überstiegen die Baukosten für das geplante Schulgebäude allerdings die Finanzierungsmöglichkeiten des Vereins. Nach Abschluss der Entwurfs- und der Konzeptionsphase hat AFGHAN e.V. deshalb Partner für die Finanzierung des Vorhabens gesucht.

Nach großen Anstrengungen ist es dem Verein gelungen, UNICEF Deutschland für die Durchführung des Schulbaus zu gewinnen. Damit entwickelte sich die Mädchenschule in Kohna Khomar zu einem Kooperationsprojekt zwischen AFGHAN e.V. und UNICEF: der Bau und der größte Teil der Finanzierung der Schule lag in den Händen von UNICEF – der Verein übernahm einen kleinen Teil der Finanzierung und begleitete das Projekt über die Realisierungsphase hinaus. Afghan e.V. fühlte sich für den langfristigen Betrieb verantwortlich. Die Liste der Wünsche von Seiten der Lehrer war lang. Für die laufende Unterstützung der Schule kümmerte sich der Verein verstärkt um Sponsorengelder und Spenden.

In Deutschland wurden Ausstellungen, Informationsveranstaltungen, Vorträge und Sammlungen organisiert.

Ein Mann schaufelt Sand durch ein großes, am Hang stehendes Sieb.

Die Übernahme des Schulbaus durch UNICEF bedeutete die Notwendigkeit von Abstrichen hinsichtlich der Umsetzung der bis dahin vorgenommenen Bauplanung. So konnten z.B. die Grundlagen des vom Planungsarchitekten erbauten Schulmodells beim Bau der Schule nur zum Teil umgesetzt werden. Auch

bezüglich der Baumaterialien wurde  anders entschieden: Anstelle der vorgesehenen ortsüblichen Lehmbauweise entschied sich UNICEF für eine Steinkonstruktion, was sich im Nachhinein jedoch als vorteilhaft erwies.

Mädchen stehen in ihren bunten Kleidern in langer Reihe entlang der Schulmauer.

Die Mädchen warten auf den Einlass.

Am 1. November 2008 wurde die Mädchenschule mit zehn Lehrern und ca. 250 Schülerinnen eröffnet.

Sie erhielt den Namen Zandra-Woman-School.

Die notwendige Anmeldung der Schule in Kabul, die Erlaubnis des Lehrbetriebes sowie der Eintrag des Grundstücks als Schulgrundstück hat das Dorf übernommen.

Mädchen im Klassenraum, auf einem Teppich in Reihe sitzend

Noch findet der Unterricht nach alter Tradition
auf dem Fußboden statt.

 

Nachdenken über die Rolle der Frau

Durch die Entscheidung für den Bau der Mädchenschule wurde bei den Bewohnern von Kohna Khomar ein erfreulicher Diskussionsprozess angeregt: Bislang spielten Frauen in der öffentlichen Bildung fast keine Rolle, unterrichtet haben ausschließlich Männer. Es stellte sich bald heraus, dass die Einstellung von Lehrerinnen für die Schule eine Herausforderung darstellen würde. Denn damit müssten die jungen Frauen eine Arbeitsstelle außerhalb ihrer Wohnung annehmen. Dies widerspricht den bisher üblichen Konventionen.

Aus dem Nachdenken über die Mädchenschule wurde jetzt Nachdenken über die Rolle der Frau. Ergebnis war allerdings, dass sich die Dorfältesten nach Rücksprache mit dem Mullah für die Unterrichtung durch Lehrer entschieden, weil Lehrerinnen in Kohna Khomar nicht auffindbar waren. In dem Ortsteil Baladeh – Standort der Schule – konnte nur eine Frau lesen uns schreiben.

Einige Mädchen haben z. T. einen Schulweg bis zu 3 Stunden. Daher ist es schon ein großer Fortschritt, dass sie alleine zu dieser Schule gehen dürfen und dass sie überhaupt eine Schule besuchen sollen.

Die Schule und der Unterricht an der Zandra-Woman-School

An der Zandra-Woman-School arbeiten 19 Lehrer, 8 von Ihnen haben eine Highschool – Ausbildung.

Unterrichtsfächer sind Islamische Religion, Dari, Pashto, Englisch, Mathematik, Sport, Biologie, Physik, Chemie, Zeichnen.

Seit 2008 finanzierte der Verein Lehr- und Lernmittel für den Unterricht der Schülerinnen und Schüler, die Inneneinrichtung in der Schule – zunächst die Ausstattung der Klassenräume mit einem Lehrerpult und Materialschrank. Nähkurse für Schülerinnen und Frauen des Dorfes, Kunstwettbewerbe und substanzerhaltende Maßnahmen.

Die Anschaffung von Schulmöbeln für die Schülerinnen steht auf der Prioritätenliste der Lehrer weit unten. Wichtiger sind ihnen bauerhaltende Maßnahmen wie die Sanierung des Schuldaches. Das undichte Dach wurde von Anfang an beanstandet. Die Schule hatte keine Möglichkeit, gegen die Baufirma vorzugehen.

Nähkurs an der Zandra-Woman-School

In 2010 wurde das Projekt Nähunterricht für Mädchen und Jungen begonnen. Das Lehrergehalt wurde von Afghan e. V. übernommen.

15 handbetriebene Nähmaschinenauf 2 Lehrertischen vor dem FensterUm den Nähunterricht für Jungen und Mädchen durchführen zu können, wurden 15 handbetriebene Nähmaschinen, Stoffe, Garne usw. in Kabul gekauft und ein Textillehrer für den Unterricht eingestellt. Erste Klassen haben sich schon eigene Schulkleidung genäht.

 

 

4 Mädchen sitzen hinter ihren NähmaschinenÜber diese attraktive Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler sollten auch die Familien des Dorfes mit der Schule vertraut gemacht werden.

Stellungnahme des Schulleiters: “Der Nähkurs geht sehr gut, die Schülerinnen und lernen verschiedene Nähtechniken, um Hosen oder
T-Shirts zu nähen.

Viele Schülerinnen und Schüler haben sich auch neuerlich für den Nähkurs angemeldet. Und sie arbeiten dort sehr fleißig. Wenn Ihr weiter helft, kann der Nähkurs erfolgreiche fortgesetzt werden.“

Ein VW-Lieferwagen wird mit Transporttaschen beladenMit großer Unterstützung eines aus Afghanistan stammenden Spediteurs aus Hamburg konnten wir wiederholt einen Transport (Containerbeiladung) mit gesammelten Handarbeitsutensilien für die Nähkurse sowie Geschenke für die Schüler, den Schulleiter, Hausmeister und den Nählehrer nach Kabul organisieren.

Alle 6 Pakete sind gut angekommen.

Nähkurs für Frauen in Kohna Khomar

Der Erfolg des Schülernähprojekts hat den Verein dazu bewogen, ab 2012 auch Nähunterricht für Frauen des Dorfes anzubieten.

Rückenansicht der Frauen, bedeckt mit schulterlangen Kopftüchern an ihren Nähmaschinen.

Für Frauen in Afghanistan ist es schwierig,
sich fotografieren zu lassen.

Mirza Mohammad, der Lehrer der Schülernähkurse hat die Umsetzung des Nähprojekts übernommen: Es wurde eine Umfrage zum Bedarf unter den Frauen des Dorfes durchgeführt, eine Nählehrerin gesucht und geeignete Räumlichkeiten für den Nähunterricht im Dorf gefunden. Er hat die Organisation der insgesamt fünf Kurse à drei Monate mit insgesamt 45 Teilnehmerinnen und den Einkauf der Nähmaschinen und –materialien in Kabul übernommen.

Ziel der Nähkurse war zunächst die Vermittlung von Grundfähigkeiten. Die Kurse wurden mit großem Interesse aufgenommen. Auf Anfrage des Dorfes wurde ein paralleler zweiter Kurs in einem anderen Ortsteil von Kohna Khomar – CharQala – und einer zweiten Lehrerin eingerichtet. Nach erfolgreicher Absolvierung des Kurses konnten die Frauen die neuen Nähmaschinen mit nach Hause nehmen. Dadurch erhielten sie die Gelegenheit, für andere Dorfbewohner zu nähen und selbst Geld zu verdienen.

„Ich habe schon für meine Nachbarin genäht.“ „Mein Mann hat schon eine Shalva Kamis auf dem Markt verkauft“. (Aussagen von zwei Frauen)

Der Nähkurs für die Frauen war eine wichtige strukturelle Maßnahme für das Dorf und stellte zugleich eine positive Koppelung zwischen der persönlichen Entwicklung – vielleicht auch späteren Erwerbstätigkeit der Frauen – und der Schule dar.Drei blaue Kleider hängen vor einem Teppich an der Wand.

orange-farbiges, weiß besticktes Kleid an der Nähmaschine

Der Nähkurs hat es ermöglicht, dass die Frauen zum ersten Mal eigenes Geld verdienten.

 

Malwettbewerb

In den vier Monaten Winterferien 2011 / 2012 wurde ein Malwettbewerb zum Thema „Ein Baum meiner Wünsche“ ausgelobt. 300 Schülerinnen und Schüler haben sich beteiligt und in den Winterferien (November bis März) vor allem Zeichnungen erstellt.

Kinderzeichnung in Pastelltönen. Das Thema wurde jeweils halbseitig dargestellt mit eher dunkler Farbe zum Thema Krieg und eher freundlich helle Farben zum Thema Frieden

Den ersten Preis im Malwettbewerb erhielt ein 10jähriges Mädchen

Eine Lehrerjury hat die besten Darstellungen ausgezeichnet. Die hohe Schülerbeteiligung motivierte die Lehrer zu einem weiteren Wettbewerb in den Winterferien 2012/2013, diesmal zum Thema „Krieg und Frieden. Die Wettbewerbspreise kamen aus Deutschland, die Trostpreise für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in Kabul gekauft.

Reparatur des Schuldaches

Seit Fertigstellung der Schule wurde das undichte Dach von Seiten der Lehrer problematisiert, aber die Schule hatte keine Möglichkeit, gegen die Baufirma vorzugehen. Eine Sanierung des Schuldaches wurde daher von der Schule als dringend eingestuft und der Dorfjirga in 2009 zur Entscheidung vorgelegt. Entscheidungsprobleme in der Jirga und bei AFGHAN e.V. führten dazu, dass die Reparatur erst in 2013 umgesetzt wurde. Lange Zeit standen die Argumente für eine einerseits preiswerte klassische, aber nur kurzfristig wirksame Dachisolierung aus Lehm und Stroh und andererseits einer aufwändigen Metallabdeckung bzw. einer unter der finanziellen Beteiligung des Dorfes umfassenderen und langfristig wirksamen Sanierung unvereinbar gegenüber.

Da das Dach aus Sicht des Vereins auf jeden Fall photovoltaikkompatibel sein sollte,

fiel die Entscheidung zugunsten einer umfassenden Erneuerung des Daches mit einer ausreichend tragfähigen Betonkonstruktion aus.

Die Baubegleitung und Kontrolle wurde von Kabul aus mit guten Kontakten nach Kohna Khomar durchgeführt.

Javid – Vereinsmitglied in Kabul – verwaltete die Projektmittel und Shapoor mit seiner sehr engen Verbindung zum Dorf organisierte die Arbeiter. Das war eine gute Arbeitsaufteilung. Trotz der schwierigen Sicherheitslage hat es Shapoor im Herbst geschafft, Handwerker in Kabul zu finden, die bereit waren, die Arbeiten an der Schule zusammen mit den Dorfleuten bis zum Ende durchzuführen.

Zwei Männer sitzen am Tisch, einer steht vornüber gebeugt. Vor Ihnen liegt Straßenkarten

Die Zusammenarbeit mit unseren afghanischen
Koordinatoren macht großen Spaß.
Heiner, Javid und Shapoor planen.

Langsam und stetig mit viel Gewissenhaftigkeit wurde das Dach Stück für Stück erneuert. Es war gut, dass es genug Zeit gab, den Beton richtig aushärten zu lassen.

Damit sind nun auch die Voraussetzungen für eine neue Form der Energiegewinnung geschaffen worden.

Große Freude: Die lang geplante und komplizierte  Dachreparatur an der Schule in KK  wurde erfolg-reich  in 2013 umgesetzt. Das  neue Dach glänzt  in der Sonne .

Große Freude: Die lang geplante und komplizierte
Dachreparatur an der Schule in KK wurde erfolgreich in 2013 umgesetzt. Das neue Dach glänzt in der Sonne.

Letzte Phase:
das Izogam, die Außenhaut des Daches. Shapoor wartete und konnte das Material im Dezember 2013 billiger einkaufen.
Große Freude: Die lang geplante und komplizierte Dachreparatur an der Schule in KK wurde erfolgreich in 2013 umgesetzt. Das neue Dach glänzt in der Sonne. Die Arbeiter haben es geschafft, das Dach vor dem Winter fertig zu stellen.

Durch Javids und Shapoors gewissenhaften Umgang mit den Baugeldern hat Afghan e.V. bei der Finanzierung des Daches gespart. Von dem Überschuss kann jetzt mit dem Bau der Mauer um das Schulgrundstück begonnen werden.

Maßnahmen zur Sicherung der Schule

Männer stehen an der Schule mit einem langen Maßband. Im Hintergrund die Berge.

Noch ist die Schule ungesichert und von allen Seiten frei zugänglich für Fremde – auch für Kriminelle, und das in dieser besonders unsicheren Provinz! Daher ist eine Schulmauer bitter nötig

Der ursprüngliche Plan der Dorfältesten, die Zandra-Woman-School in der Nähe der Moschee aber doch deutlich davon entfernt auf einem unabhängigen Grundstück am selben Berg zu bauen – 2005 haben sie zusammen mit AFGHAN e.V. das vorgesehene Grundstück abgesteckt –, wurde aus Sicherheitsgründen verworfen.

Der endgültige Bauplatz wurde in unmittelbarer Nähe der Moschee verlegt. Begründet wurde dies mit der Notwendigkeit, die Schule und die Mädchen vor „unliebsamen Gästen“ (Kriminelle, Taliban) zu schützen.

Mit Beginn des Schulbetriebs für die Mädchen 2008 wurde die Schule in Absprache mit AFGHAN e.V. auch von den Jungen des Dorfes benutzt. Die müssen nun nicht mehr die Provisorien der Moschee in Kauf nehmen. Diese „Doppelnutzung“ wirkte sich für die Schule stabilisierend aus: Trotz der zunehmenden Aktivitäten der Taliban in dieser Provinz mit ihren grundsätzlich bildungsfeindlichen und gegenüber Mädchenbildung radikal ablehnenden Haltungen (nur Koranbildung wird geduldet oder gefördert) war der Fortbestand der Schule bis heute zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Allerdings gehen die Mädchen aufgrund der Drohungen durch die Taliban bedauerlicherweise seit 2012 nicht in ihre Schule. Der Schulleiter berichtete im Frühjahr 2012, dass sich die Lehrer für die Mädchen sehr eingesetzt hätten, um den Schulbesuch zu sichern – ohne Erfolg. Auch der Mullah der Nachbarmoschee konnte diese Entwicklung nicht aufhalten. Seit 2012 wird deshalb der Unterricht für die Mädchen von der ersten bis zur sechsten Klasse in 4 Ortsteilen in privaten Gebäuden, mit 6 staatlich bezahlten Lehrern durchgeführt.

Sie erhalten trotzdem Zeugnisse und legen anerkannte Prüfungen ab. Dadurch ist auch das Gehalt der Lehrer gesichert.

Die Zandra-Woman-School war als Mädchenschule geplant – nun wird sie allein von Jungen genutzt – und sie existiert noch!

Es ist nicht absehbar, wann die Mädchen zurückkehren werden, aber alle Bewohner des Dorfes wissen: In Baladeh, das ist unsere Mädchenschule und die Mädchen haben ein Recht auf Bildung. Wir von AFGHAN e.V. freuen uns, dass die Initiative für die Mädchenschule seinerzeit aus dem Dorf selbst gekommen ist.

AFGHAN e.V. unterstützt weiterhin die Mädchen in ihren „Dependencen“ mit Schulmaterial und auch die Zandra-Woman-School. Der bedeutsame Zuwachs an Schülern ist sehr erfreulich, so dass die bald erweitert werden muss. Und endlich wird die Mauer um das Schulgelände herum gebaut – auch eine Maßnahme zur Absicherung der Schule:

Kinder brauchen eine sichere Schule!