Rückblick auf die Reise Usbekistan / Afghanisatan vom 10.9. – 9.10. 2004

Hallo liebe Freunde!

Gestern sind wir wohlbehalten in Berlin eingetroffen, und so wollte ich euch schnell Entwarnung geben.

Wie wir hörten, mussten einige von Euch doppelt schnell zittern, des kalten Wetters wegen und aus Sorge um uns.

Also, durch Allahs Hilfe: Entwarnung. Lebensbedrohliche Situationen gab es auf der ganzen Reise nicht, zumindest haben wir sie nicht als solche erkannt. Aber „mulmige“, unangenehme Situationen gab es schon hin und wieder.

Wenn ich kurz Résume ziehen soll, dann dies:

Statt bildungsbeflissen die bedeutsamen Museen zu stürmen haben wir unglaublich viele interessante, freundliche, witzige, ja, schillernde Persönlichkeiten kennen gelernt. Und die Fröhlichkeit unter uns war sicher auch ansteckend und brachte uns viel Wohlwollen entgegen.

Dann muss man die 14 Tage Usbekistan deutlich trennen von den 2 Wochen Afghanistan.

In Usbekistan wurden wir mit der Nase auf die aktuelle politische Situation mit dem alten 77 jährigen Kommunisten und Präsidenten Karimow gestoßen.

Allein schon durch Safis Onkel und Familie und deren Flüchtlingsstatus: Er war Minister in Afghanistan noch unter den Russen und hat im Bürgerkrieg zusammen mit 3.000 000 andern Flüchtlingen bei Null ein neues Leben mit seiner Familie in Pakistan angefangen. Und dasselbe noch mal bei der Flucht weiter nach Usbekistan. Seit 8 Jahren leben sie hier und müssen alle 3 Monate ihren Flüchtlingsstatus von der UN bestätigen lassen.

Warum sie nicht zurückwollen nach Afghanistan, das ist mir inzwischen auch klar.

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In Samarkant und Buchara konnten wir endlich eintauchen in die bezaubernde Welt der alten historischen Seidenstraße.

Beim Übergang durchs militärische Sperrgebiet von Usbekistan nach Afghanistan über die berühmte „Friedensbrücke“ sagte Safi: „Und nun vergesst alles was ihr je gesehen oder euch vorgestellt habt“. Und er hatte Recht: Die Zerstörungen überall, auch von einmaligem historischem Wert, die Angst und die Resignation, die ständige Begleiter sind, die offen zelebrierte Unterdrückung der Frau, die kaputten Panzer überall, auch in den Wüsten, der Sand und der Dreck, der überall eindringt und wo auch ein Mundtuch kaum Schutz bietet.

Aber auch die lachenden, strahlenden Kinderaugen, voller Erwartung und Hoffung.

Und genau da sind wir, so glaube ich, erfolgreich gewesen.

08

Das Projekt Mädchenschule: Besuch im Dorf Kohna Khomar, Planungsdiskussion mit den Dorfältesten (natürlich nur Männer). Das Projekt Dorfschule in der Nähe von Spulebaba (Shinwarie): 3 Stunden Aufstieg in die Berge, Geschenke für Schule und Kinder, Geld für den Lehrer.

Das Computerprojekt: Nun haben wir einen guten Verwender (entweder Ministerium für Kultur oder für eine Schule in Paktia Tati (im Osten des Landes) gefunden.

Projekt Brillen: Auch einen guten vertrauensvollen Abnehmer gefunden : ein Krankenhaus in Paktia Tati.

Neues Projekt: Wir suchen eine Druckmaschine… für Zeitungen, Plakate, vielleicht Schulbücher.

Wir sind also wohlbehalten zurück und freuen uns, Euch ausführlich über alles beim nächsten Treffen zu berichten!

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